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  • Jugendliche: 18:00 Uhr
  • Erwachsene: 20:00 Uhr

  • im Glöckelchen
  • Angelstraße 18
  • Groß-Zimmern

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Neuigkeiten & Berichte

Jugendbezirksmeisterschaften im Einzel 2025

Ergebnisse von Lev und Niclas

07.12.2025

Wie zuvor bereits berichtet, haben Lev und Niclas bei den diesjährigen Bezirksmeisterschaften der Jugend in Darmstadt teilgenommen. Die Altersklassen U14, U16 und U18 spielten hierbei ein gemeinsames Turnier, das auf fünf Runden ausgelegt war und gleichzeitig die Qualifikation für die Hessenmeisterschaften über Ostern darstellt.

Am Samstag standen drei Runden auf dem Spielplan. Lev startete in der U16, Niclas in der U18. Beide waren der DWZ nach in der oberen Tabellenhälfte angesiedelt und in Runde 1. als Favoriten gesetzt. Dementsprechend gab es gegen nominell deutlich unterlegene Gegner keine Überraschungen, sondern je einen vollen Punkt für unsere Nachwuchsspieler. In Runde 2 konnte Lev dann nochmal als stärkerer Spieler voll zugreifen, während Niclas gegen den an 2. gesetzten Darmstädter Medhansh Nain antreten musste. Niclas erspielte sich eine bessere Stellung, patzte sie aber später wieder ein. Zur dritten Runde wurden die beiden Zimmner sogar gegeneinander gepaart und spielten fix Remis, um Kräfte für den Sonntag und die finalen Runden zu sparen.

Lev, der mit 2½ aus 3 dann auch super Chancen hatte, das Turnier zu gewinnen, musste in der vierten Runde gegen den Turnierfavoriten und verlustpunktfreien Ersten Shahzaib Shanawaz Thrabrez aus Langen antreten. Hier setzte sich erneut der Favorit durch, der dann auch durchmarschierte und das Turnier gewinnen sollte. Lev spielte dann in der finalen Runde noch ein fixes Remis, da er nach der Niederlage in Runde 4 keine Chancen mehr auf den Turniersieg hatte. Niclas holte leider wie Lev nur noch einen halben Punkt aus den beiden Schlussrunden. In der ersten Runde heute Morgen verspielte er abermals in Zeitnot eine gewonnene Stellung und musste dann gegen den einzigen anderen Teilnehmer der U18, Nico Hafner (SK Gernsheim), um die Qualifikation zur Hessen und den Bezirksmeistertitel spielen. Hier kam er zwar schlechter aus der Eröffnung, hatte aber im Mittelspiel plötzlich die besseren Felder für die Figuren. Allerdings schlug die Zeitnot nochmals zu und nach einem Springeropfer verlor Niclas einen Turm, wonach er kurze Zeit später die Gegenwehr einstellte.

Leider sind den beiden damit trotz guter Kämpfe keine Titel oder Qualifikationen zur Hessen gelungen. Lev hat einfach das Pech in der eigenen Altersklasse mit Shahzaib einen um locker zwei Klassen besser spielenden Gegner zu haben, während Niclas viele Punkte durch Zeitnot hat liegen lassen.
Ergebnisse und Tabellen gibt es bei chess-results: BJEM 2025

Weihnachtsblitz 2025

Ein neuer Vereinsmeister ist gefunden | Erfolgreiche Weihnachtsfeier des Schachclubs

06.12.2025

Zum Abschluss des Jahres haben wir am Freitag wie gewohnt unser Weihnachtsblitz veranstaltet. Beim letzten Monatsturnier der Vereinsmeisterschaft wurden die anwesenden Mitglieder mit den üblichen Köstlichkeiten (Warme Würstchen, Frisches Brot, Gurken und Pizzabrötchen von Pauls Frau - vielen Dank nochmals an dieser Stelle!) bewirtet, konnten aber wählen, ob sie das normale Blitzturnier spielen oder am Nachbartisch Skat spielten.

Beide Angebote wurden rege angenommen. So spielten Torsten, Siggi und Gerd den Abend hinweg eine lustige Skatrunde, in der Gerd mit sage und schriebe 1168 Punkten und deutlichem Vorsprung am Ende gewann. Beim Blitzturnier hatten sich 11 Spieler eingefunden. Unter diesen setzte sich schlussendlich Steffen mit 9½ Punkten gegenüber der Konkurrenz durch. Das Turnier selbst war sehr ansonsten sehr ausgeglichen verlaufen. Den zweiten und Vorletzten trennen gerade mal 2½ Punke. Unterstrichen wird dieser Umstand auch vom Tunierergebnis von Niclas, der zwar "nur" vier Punkte holte, diese jedoch gegen Leute auf den Plätzen 2.-4., also die späteren Turniersieger.

Nach Abschluss der Gesamttabelle können wir damit dann einen neuen Vereinsmeister krönen. Tobias, der gestern überraschend nicht da war und beim Weihnachtsblitz nicht antrat, konnte von Paul nicht mehr eingeholt werden. Er wird in Abewesenheit mit starken 915,8 Punkten Vereinsmeister 2025. Hinter ihm landet Paul mit 845,2 Punkten und Roland, der trotz lediglich 7 Teilnahmen auf 654,8 Punkte kam. Auch er konnte in Abwesenheit nicht mehr vom Treppchen gestoßen werden. Herzlichen Glückwunsch an alle Sieger!

Niclas und Lev spielen darüber hinaus in Darmstadt auch die Jugendbezirksmeisterschaften der Altersklassen U14-U18 mit. Das Turnier, das erst morgen Abend fertig werden wird, ist gleichzeitig das Qualifikationsturnier für die an Ostern stattfindende Hessenmeisterschaft. Natürlich werde ich über den Ausgang berichten.
Martin hat der derweil beim Nikolausblitz des SK Gernsheim teilgenommen. Das ELO ausgewertete Turnier wurde mit 15 Runden nach Schweizer System ausgetragen und zog 72 Spieler an. Martin schaffte es auf 7½ Punkte, also 50 %. In der ersten Turnierhälfte gewann er jeweils mit Weiß, verlor aber mit Schwarz gegen bessere Gegner. In der zweiten Hälfte des Turniers wechselte sich das komplett und Martin holte nur noch volle Punkte mit den schwarzen Steinen. Er landete auf dem 31. Platz.
Weitere Einzelergebnisse und Tabellenstände gibt es bei chess-results: Nikolausblitz Gernsheim

Jugend Grand-Prix in Babenhausen

Niclas, Lev und Joshua berichten von ihrer Teilnahme

30.11.2025

Zum dritten Teilturnier des diesjährigen Starkenburger Jugend Grand-Prixs fuhren Lev, Niclas und Joshua gemeinsam nach Babenhausen und nahmen dort in den Altersklassen U20 teil. Gewohnterweise wurden die anwesenden Teilnehmer in mehreren Altersklassen als ein Gesamtturnier zusammengefasst, sodass es auch zu Duellen zwischen den zimmner Nachwuchsspielern kam. Hier konnte Niclas eine eigentlich ausgeglichene Stellung gegen Lev gewinnen und den ganzen Punkt für sich beanspruchen.

Nichts destotrotz machten alle drei in Babenhausen eine gute Figur. Das lag nicht zuletzt auch an den neuen Vereinsklamotten, die Paul für uns angefertigt hatte. Aber auch an der sportlichen Leistung der drei. Joshua, der sein zweites Turnier spielte und weiter Erfahrung sammelt, schaffte 1½ Punkte aus den 7 angesetzten Runden und hätte es auch auf 2 volle Punkte bringen können, setzte aber in einer seiner Partien den Gegner patt, sodass es zu einer Punkteteilung kam.
Lev holte insgesamt 4 Punkte und belegte den 4. Platz der U20. Niclas erspielte sich einen halben Punkt mehr und damit den 3. Platz der U20. Beide sammeln für die Gesamtwertung wichtige Serienpunkte, die sie beim abschließenden Turnier in Ober-Ramstadt noch weiter aufstocken können. Anbei noch der Link zu den Endtabellen des Turniers in Babenhausen: 3. Teilturnier.

Währenddessen florierte das Jugendtraining in unserem Vereinsheim, dem Glöckelchen, am vergangenen Freitag mal wieder so richtig auf. Nahezu 20 Kinder waren da und wurden von Torsten, Paul und mir betreut, bis alle müde gespielt waren. Anbei mal ein Blick in den proppevollen Trainingsraum.

3. Gernsheimer Schnellschachcup 2025

Niclas, Lev und Steffen können es nicht lassen

22.11.2025

Bei frostigen Minusgraden haben sich heute Lev, Niclas und spontan auch Steffen auf den Weg nach Gernsheim gemacht, um dort den 3. Schnellschachcup mitzuspielen. Das auf sieben Runden ausgelegte Schnellschachturnier mit einer Bedenkzeit von 15 Minuten plus 10 Sekunden Inkrement hat für viele Schachfreunde, die die kleinen Turniere in Gernsheim als Dauergäste mitspielen, ebenso seinen Reiz. Denn neben kleinen Geldpreisen wird das Turnier nach Rapid-Elo ausgewertet. Dass Langzeitturniere mit einer offiziellen Ratingzahl ausgewertet werden, kennt man ja. Dass das aber auch bei Schnell- oder Blitzschach gemacht wird, ist zumindest in Deutschland eher ungewöhnlich.

Die Gernsheimer, die als Turnierorganisatoren ein glückliches Händchen haben, zogen so immerhin 39 Spieler ins eigene Vereinsheim. Darunter drei FMs und einige gute Spieler jenseits der 2000 Elo, mitsamt Fabian Czappa, der als Schiedsrichter gewonnen werden konnte. Bereits in Runde 1. gab es ein internes, zimmner Duell. Lev und ich spielten am 6. Brett gegeneinander. Wir hatten uns vorab im Wechsel mit Niclas schon in einigen Blitzpartien warmgespielt (was bei den heutigen Temperaturen nicht zu unterschätzen war!) und kamen daher schnell in eine bereits zuvor angeteste Eröffnungsvariante des Najdorf-Sizilianers. Hier überspielte Lev mich mit seinem Läuferpaar mehr und mehr, fand dann aber keine zielführende Verstärkung und verlor am Ende sogar noch knapp auf Zeit.
Levs Auftakt war damit eher verhunzt, er steckte aber nicht auf und spielte ein grundsolides Turnier bis zur letzten Runde. Nach Abschluss der siebten Runde brachte Lev es auf 4 Punkte und den 17. Platz, was ihm den Ratingpreis <1700 Elo einbrachte. In der auf chess-results angegebenen Rapidwertung hat er nun 1788 Elo.

Niclas erwischte leider ein Turnier zum vergessen. Obwohl er sich in den meisten Partien wacker schlug, wollten ihm einfach keine Punkte gelingen. Immer wieder patzte er in entscheidenden Momenten seine Partien weg, woran auch die hin und wieder auftretende Zeitnot mitschuld war. Mit 2 Punkten aus sieben Runden wurde er 35ter, knapp hinter seinem Startrang. Seine Rapid-Elo liegt bei 1267 und damit nahe seiner aktuellen DWZ, die allerdings deutlich zu niedrig eingestuft sein dürfte.

Obwohl ich ursprünglich gar nicht mitspielen wollte und Niclas am Abend zuvor mich noch überredete teilzunehmen, bin ich im Nachhinhein froh, mit nach Gernsheim gekommen zu sein. Nach meinem glücklichen Auftaktsieg über Lev, torkelte ich bis zum Ende des Turniers weiter auf dem Glückspfad voran und schaffte es auf 5½ Punkte. Geschlagen geben musste ich mich nur dem späteren Turniersieger FM Zuyev, konnte aber in der finalen Runde gegen Maximilian Müller (bekanntlich auch FM) noch einmal voll zuschlagen mir den 3. Platz des Turniers sichern. Meine Rapid-Elo soll in der Erstauswertung 2224 betragen - wers glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Wie dem auch sei, den Gernsheimern sei ein Dank und Lob für dieses kurzweilige Schnellschachturnier ausgesprochen, zu dem ich im nächsten Jahr gerne wieder kommen werde, um meinen Treppchenplatz zu verteidigen. Das angefügte Bild habe ich ebenfalls vom SK Gernsheim gestohlen - was aber sicherlich in Ordnung geht.

Wer sich für die Einzelergebnisse und Abschlusstabelle interessiert, wird unter chess-results.com fündig: Gernsheimer Schnellschach-Cup

11. Runde Langzeitturnier ausgespielt

Entscheidung vertagt!

15.11.2025

Gesamttabelle Langzeiturnier 2025
Platz Spieler DWZ Punkte Buchholz
1. Dieter Rauck 1531 8 23,0
2. Harald Weber 1561 7 20,5
3. Siegfried Scholz 1341 29,5
4. Norbert Ziegler 1714 24,0
5. Paul Terre 1619 4 25,5
6. Thomas Beutel 1741 4 14,0
7. Kosto Ilievski 1432 24,0
8. Dr. Wolfgang Beiersdorf 1452 3 25,0
9. Andreas Heun 1637 3 16,0
10. Frank Ahrens 786 32,0
11. Lev Cherniavskii 1428 2 19,0
12. Dino Turic 966 2 11,0
13. Torsten Wöhl 1404 9,0
14. Steffen Heß 2093 4,5
15. Niclas Wagner 1290 1 18,5
16. Antol Gasz / 1 15,5
17. Roland Rühm 1948 1 8,0
18. Helmut Weiser 1128 1 4,0
19. Joshua Gütte / ½ 5,5
20. Maurice Held 1866 ½ 1,5
21. Anatoli Hermann 745 0 10,5

Brett Weiß - Schwarz Ergebnis
1. Maurice Held - Steffen Heß ½ : ½
2. Antol Gasz - Joshua Gütte ½ : ½
3. Norbert Ziegler - Niclas Wagner 1 : 0
4. Lev Cherniavskii - Paul Terre 1 : 0
5. Siegfried Scholz - Andreas Heun 0 : 1
6. Kosto Ilievski - Dr. Wolfgang Beiersdorf 0 : 1
7. Frank Ahrens - Dieter Rauck ½ : ½

In der Vorschlussrunde fanden sich sage und schreibe 14 Teilnehmer für das Langzeitturnier im Glöckelchen ein. Auch die resultierenden Paarungen waren nicht von großen DWZ Unterschieden geprägt, sondern fanden eher auf Augenhöhe statt, sodass sich an jedem Brett eine spannende Partie entwickelte. Insbesondere von Bedeutung war die Abwesenheit von Harald, der als einziger Dieter noch von der Titelverteidigung abhalten kann. Dementsprechend hatte Dieter, der vor der Runde bereits einen halben Punkt mehr als Harald hatte, die Chance mit einem Sieg eine Vorentscheidung im Titelrennen herbeizuführen. Doch dazu am Ende mehr.
Der erste Wahlberechtigte war Neueinsteiger Maurice, dessen Wahl auf mich fiel. Da ich mir die schwarzen Figuren loste, kam es zu einem Vorgeplänkel des nächsten Spieltags, wo wir zwei mit der selben Farbverteilung aufeinander treffen. Maurice verpasste mir in der Eröffnung einen Isolani und versuchte diesen zu belagern und zu gewinnen. Wir kamen ins reine Schwerfiguenendspiel, wo ich zunächst keine Probleme hatte, den Bauern zu halten. Maurice tauschte auch beide Türme ab und brachte uns ins Damenendspiel, wo wir uns eigentlich schon früh auf Remis hätten einigen können. Doch wir zockten in Zeitnot noch weiter bis die auch die Damen vom Brett verschwanden, brachten beiderseits im resultierenden, risikoreichen Bauernendspiel einen Bauern durch und waren zurück in einem Damenendspiel, das durch Dauerschach Remis endete. Laut Computer war die Partie an einer Stelle für mich, an der anderen für Maurice gewonnen, doch die Zeitnot verhinderte für uns beide schlimmeres.

In der zweiten Partie trafen Antol mit Weiß und Joshua mit Schwarz aufeinander. Die beiden folgten längere Zeit bekannten spanischen Fahrwassern, ehe Antol positionell in Vorteil kam. Er verpasste Joshua zwei Doppelbauern, gewann als die Stellung sich öffnete auch zwischenzeitlich zwei Bauern, ließ Joshua aber dadurch mit den restlichen Figuren gut ins Spiel kommen. Nach einer Springergabel und Aktivierung der Türme auf die zweite Reihe, konnte Joshua in ein remisliches Bauernendspiel überleiten und den halben Punkt festhalten.

Die nächste Paarung lautete Norbert - Niclas. Hier entwickelte sich trotz des deutlich größeren Entwicklungsvorsprungs von Norbert ein heißer Kampf um Norberts weißen König. Der fühlte sich in seiner langen Rochade deutlich unwohl, als Niclas mit beiden Springern und seinem weißfeldrigen Läufer wichtige Felder rund um Norberts Monarchen in Beschlag nahm. Im weiteren Verlauf gab Niclas zwei Figuren für einen Turm und dadurch die Initiative ab. Norbert ließ sich danach den Vorteil auch nicht mehr nehmen und gewann die zwischenzeitlich bedenklich gewordene Partie.

Lev forderte Paul zu einer Revanche heraus und bekam bei der Auslosung die weißen Figuren. In einer sich schnell entwickelnden Partie gewann Lev frühzeitig eine Qualität für einen Bauern und hatte Pauls König schon in die Brettmitte getrieben. Hier gab es mehrerer Wege den Sack frühzeitig zu zu machen, doch Lev spielte nicht ganz sauber weiter und ließ Paul noch etwas Gegenspiel aufziehen. Paul griff mit Läufer, Springer und dem verbleibenden Turm Levs König an, gewann auch einen weiteren Bauern, den Lev zur Sicherheit des eigenen Königs gab, hatte danach aber einen Aussetzer und vergriff sich in der noch kampfbetonten Partie, sodass Lev gewann. Ich habe das genaue Ende leider nicht mitbekommen, gehe aber davon aus, dass Lev durch einen Einsteller noch groß Material gewann.

In der fünften Partie des Abends wählte Andreas Siggi als Gegner aus. Siggi, der die weißen Steine führte, geriet aber früh unter Druck als Andreas die Rochadestellung Siggis zerstörte, ihm einen Doppelbauern auf f3 verpasste und dabei eine ganze Figur einheimste. Mit dieser Mehrfigur war es dann auch nur eine Frage der Zeit, bis Siggi die Waffen streckte, da Andreas die nötige Technik besaß und die Partie locker runterspielen konnte.

In der sechsten Partie musste sich Wolfgang einem stark aufspielenden Kosto und dessen weißen Figuren erwehren. Kosto ergriff im Mittelspiel die Initiative, drängte mit Bauernvorstößen am Königsflügel Wolfgangs Schwerfiguren aus dem Zentrum heraus und drückte einen Freibauern bis nach d7. Hier drohte Kosto mehrfach über das Feld c8 mit Schach den Bauern auf Wolfgangs Grundreihe zu schieben, doch Wolfgang setzte alles auf eine Karte und suchte über die lange Diagonale g1-a7 mittels Mattangriff auf den geöffneten König Kostos Gegenspiel. Nach einem Schach wählte Kosto das falsche Fluchtfeld für den König und wurde kurzerhand von Wolfgang mattgesetzt.

Kommen wir damit zur Partie Frank - Dieter, in der wie eingangs erwähnt Dieter durch einen Sieg vorzeitig hätte Vereinsmeister werden können. Doch Frank wollte es Dieter nicht leicht machen: In einer verkeilten Stellung gewann Frank einen Qualität und befand sich schon auf der Siegerstraße. Zuvor hatte er alle Gelegenheiten durch Bauernhebel die Stellung zu öffnen, ausgeschlagen und insbesondere für Dieters Springer die Stellung verkeilt und ihn so nicht zu Spiel kommen lassen. Nach einem ersten Remisangebot von Seiten Dieters schlug Frank, der die Stellung soweit richtig und für sich selbst vorteilhaft einschätzte, die Punkteteilung aus, bot aber kurze Zeit später selbst Remis an, das von Dieter sogleich angenommen wurde.
Bei entsprechend ausfallenden Ergebnissen, hätte auch dieses Remis Dieter zur direkten Verteidigung des Vereinsmeistertitels gereicht, da seine Buchholzwertung gegenüber der von Harald uneinholbar gewesen wäre. Nun ist die Entscheidung aber vertagt. Haralds Gegner aus dem gesamten Spieljahr punkteten gestern besser, als die von Dieter, sodass rechnerisch noch alles möglich ist. Dieter hat indes aber nun einen ganzen Punkt Vorsprung und kann sich bei einem Remis in der finalen Runde - vielleicht auch gegen Harald selbst - den zweiten Vereinsmeistertitel in Folge sichern. Sollte Dieter allerdings die finale Runde verlieren und Harald gewinnen, egal ob im direkten Duell oder nicht, kommt es auf die angesprochene Buchholzwertung an. Hier schmolz der Vorsprung Dieters von 4 Punkten auf 2,5 Punkte zusammen. Das ist an für sich immer noch komfortabel, aber alles andere als uneinholbar.
Doch warten wir die Schlussrunde mal mit Spannung ab. Runde 12. wird am 12. Dezember gespielt. Die Übersicht gibt es unter dem Menüpunkt Langzeitturnier.

2. Falkensteiner Schnellschachopen 2025 & Hessischer Schulschachwettbewerb

Niclas gewinnt Ratingpreis DWZ bis 1500 DWZ | Lev mit Schulmannschaft erfolgreich

12.11.2025

Im idyllischen Falkenstein in Rheinland-Pfalz fand am vergangenen Samstag das 2. Falkensteiner Schnellschachopen statt, das von Martin, der dort seine neue Heimat gefunden hat, organisiert und geleitet wurde. Angesetzt waren sieben Runden Schweizer System mit einer Bedenkzeit von 10 Minuten + 5 Sekunden Inkrement von Beginn der Partie. Niclas und ich haben uns auf die Einladung von Martin auf den Weg gemacht und sind hingefahren. Leider haben wir uns auf dem Weg dorthin ab Mainz ganz schön verfahren und mussten mehr als uns lieb ab das Navi bemühen, um immerhin noch mitten in der ersten Runde ins Turnier zu platzen und mitzuspielen.

Glücklicherweise waren wir aufgrund der teilnehmenden Spieler auch in der ersten Runde direkt gegeneinader gepaart und konnten ohne jemanden warten zu lassen unsere Runde ausspielen, in der ich mit meiner Erfahrenheit nochmal siegreich war, als Niclas eine gedeckte Figur in Zeitnot mit der Dame schlug und diese dadurch verlor. Danach mussten wir uns in einem sehr stark besetzten Feld aus 22 Teilnehmern gegen z.T. auch Oberligaspieler beweisen. Unter den Teilnehmern war ein IM und die halbe Mannschaft der SF Kaiserslautern, die im Schnitt von 2100 bis 2350 DWZ auf die Waage brachten und dadurch logischerweise als Favoriten auf den Turniersieg anzusehen waren.

Nach 4 Runden war Mittagspause und ich brachte es auf 3 Punkte, darunter zwei Remis aus äußerst bedenklichen Stellungen gegen eben zwei Oberligaspieler, aus denen ich mich wie durch ein Wunder noch retten konnte - Schnellschach eben. Niclas stand bei soliden 2 Punkten und hatte auch schon zwei bessere Gegner gehabt, gegen die er sich nur knapp geschlagen geben musste. Nachdem wir uns in der halbstündigen Mittagspause durch die angebotenen Speisen (jede Menge Kuchen, belegte Brötchen, Obst und eine wärmende Suppe) gestärkt hatten, waren wir für den Endspurt und die finalen drei Runden bestens vorbereitet.

Bei mir lief es nicht mehr ganz so rund. Nach einem Sieg in Runde 5 gegen einen nominell auch schlechteren Gegner folgten zwei knappe, aber verdiente Niederlagen gegen den späteren Turniersieger IM Murani und dem letzten Oberligisten aus Kaiserslautern. Mit 4 Punkten landete ich dann im Mittelfeld. Niclas hingegen konnte auch nochmal doppelt Punkten und ebenfalls mit 4 Punkten einen guten Platz erspielen, der ihm für die Leistung auch den Ratingpreis unter 1500 DWZ einbrachte.
Nach der Siegerehrung wurden wir vom Turniersieger noch zur nächsten Tankstelle begleitet, denn meine Tankanzeige neigte sich bedenklich der 0 Km Restfüllung, sodass wir schon leicht zitterten, ob wir es denn noch heim schafften. Doch auch das gelang uns dann einwandfrei und mit erleichterten Minen und einem schönen Samstagnachmittag in der Tasche fuhren wir glücklich heim.
Vielen Dank an Martin für die tolle Organisation und das Angebot, das, wie bereits geschrieben, auch einige sehr gute Schachspieler überzeugen und anziehen konnte. Es wäre schön, wenn es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben würde, an dem auch noch mehr Zimmner teilnehmen.

Auch Lev war die vergangene Woche neben dem Sonntagsspiel schachlich sehr aktiv und nahm mit seiner Schulmannschaft der Lichtenbergschule am hessischen Schulschachwettbewerb statt. Im vergangenen Jahr war den Jungs (3 Nachwuchsspieler des Schachforums zusammen mit Lev) bereits ein herausragender Treppchenplatz gelungen. Der Erfolg wurde dieses Jahr wiederholt. Die Mannschaft wurde in der Kategorie U18 Zweiter. Lev selbst spielte am dritten Brett mit 4 Punkten aus 5 Partien die beste Brettleistung und wurde mit einem Pokal belohnt.

Herzlichen Glückwunsch auch zu dieser Leistung! Im vergangenen Jahr berichtete sogar die Hessenschau über das Turnier und die Turniersieger. In diesem Jahr fand ich leider keinen Beitrag, was der Leistung aber keinen Abbruch tut. Danke auch an Julia, die mich hier mit den nötigen Infos versorgte und Bilder zuschickte, die ich gerne mit euch teile.

4. Spieltag - Bericht

Erste sichert Klassenerhalt an schwierigem Spieltag für gesamten Verein

09.11.2025

Obwohl der gesamte Verein sportlich sehr gut in die Saison gekommen ist und in allen Ligen auf oder gar über dem eigenen Niveau spielt, standen die Vorzeichen des heutigen Spieltags nicht sonderlich gut. Krankheitsbedingt fielen über alle Mannschaften hinweg am Samstag noch viele Spieler aus, sodass kurzfristig "groß rochiert" werden musste, wer denn nun wo spielt und welche Mannschaft mit vielen Leuten überhaupt antritt. Am Ende haben wir alle Mannschaften mehr oder minder spielfähig aufgestellt bekommen und erneut einen eigentlich recht erfolgreichen Spieltag trotz der widrigen Umstände bestritten.

TEC Darmstadt I. - SC Groß-Zimmern I. 2½ : 5½
Nach drei Siegen in den ersten drei Spielen hatte die erste Mannschaft heute die Chance den praktischen Klassenerhalt (unser Saisonziel!) gegen den Gastgeber TEC Darmstadt I. dingfest zu machen. Ich hätte vorab gerne die erste Mannschaft so stark wie möglich aufgestellt, wir mussten dann aber mit sieben Stammkräften und einem freien Brett anreisen, sodass ich erneut leichte Bedenken hatte, wie das Spiel verlaufen wird. Doch ohne zu viel vorwegzunehmen, die erste Mannschaft spielt eine sehr gute und stabile Saison und unterstrich die aufgebaute Serie heute erneut mit einer beachtenswerten Leistung.

Das Spiel gegen den TEC nahm anfangs den gleichen Verlauf wie gegen Bad König. Da wir Brett 2. frei ließen, lagen wir sogleich mit 0 : 1 hinten, ehe Lev an Brett 7. den schnellen Ausgleich herstellen konnte. Sein Gegner opferte auf f2 einen Läufer gegen - ja gegen was eigentlich? Lev glaubte dem Bluff zurecht ebenso wenig, nahm den Läufer eiskalt raus und spielte sein Spiel mit der Mehrfigur ganz sauber zum vollen Punkt runter. Lev beweist damit einmal mehr, was er gelernt hat und erweist sich als zu abgezockt, um solch einen Vorteil noch aus der Hand zu geben. Ganz stark gespielt!

Am 5. Brett brachte uns Paul kurz darauf auch in Führung. Nachdem er mit einem genialen Angriff auf der f-Linie die gegnerischen Bauern vertrippelte und den feindlichen König entblößte - kurz gesagt also den Ronny machte - musste sein Gegner in ein klar verlorenes Turmendspiel mit zwei Bauern weniger runtertauschen und gab sich kurz danach geschlagen, da Paul trotz Endspiel die Kontrolle nie abgab.

Die erste Führung hielt nicht lange, da Thomas, der an Brett 4. spielte, bald seine Stellung vergeigte. Er hatte zu Beginn noch deutlichen Raumvorteil am Königsflügel und griff an, verlor aber in Zeitnot den Faden und ließ sich selbst überspielen. Sichtlich über den eigenen Partieverlauf verärgert, kiebitzte Thomas aber dann noch bei den anderen Brettern und fieberte mit, wie sich der Rest der Mannschaft beim Stand von 2 : 2 schlägt.
Das zwischenzeitliche 2½ : 2½ besorgte Lukas an Brett 3. Als er den in der Mitte stecken gebliebenen, schwarzen König über den offenen Königsflügel unter Feuer nahm, stand Lukas auf Gewinn, doch der Gewinnweg war schwer zu sehen und zieht sich über einige computerartigen Zugfolgen hinweg. Die Verteidigung hielt also und es wurde in ein Endspiel Springer plus 3 Bauern gegen Springer plus 3 Bauern runtergetauscht, dass gerechterweise Remis endete.

Dann wurden final die weichen auf Auswärtssieg gestellt: An Brett 1 konnte ich meine Partie kurz nach beendeter Zeitkontrolle durch Aufgabe gewinnen. Im Verlauf der Partie verirrte sich die feindliche Dame über a3 in mein Lager, hatte aber keine Rückzugsfelder mehr, sodass mein Gegner einen Springer für 3 Bauern geben musste. Da meine Figuren noch sehr unkoordiniert standen und sein mächtiges Bauernzentrum anzurollen drohte, durfte ich keine Zeit mehr verlieren und spielte so aktiv wie möglich gegen den wunden Punkt d5, auf dem ich meinen Springer schlussendlich platzieren und die Bauernwalze stoppen konnte. In Zeitnot patzte mein Gegner zwei Springergabeln und Material, sodass die unklare Partie vorbei war.

Auch Steffen G. spielte eine saubere Partie und gewann im Turmendspiel recht einfach. Er hatte im Mittelspiel bei zwei Türmen plus Läufer auf beiden Seiten die Kontrolle übernommen und dann einen Bauern fürs reine Turmendspiel gewonnen. Dieser Mehrbauer hätte deutlich schneller siegreich verwertet werden können, doch auch wenn Steffen hier leicht die Technik vermissen ließ, spielte er es ungefährdet nach Hause und sicherte kurz vor halb 3 den Mannschaftssieg.

Kurz darauf war auch Niclas endlich fertig. Nach ausgeglichener Eröffnung und gutem Kampf in gedrückter Stellung im Mittelspiel, schaffte er den Übergang in ein klar und einfach gewonnenes Endspiel 3 Bauern gegen 2 am selben Flügel. Als beide Spieler in der zweiten Zeitkontrolle waren und noch jeweils 30 Minuten Bedenkzeit hatten, verfiel Niclas aber in tiefstes Grübeln und zog mit sage und schreibe 2 Sekunden Restzeit endlich einen Zug. Den Rest der Partie musste er runterblitzen, schaffte es aber einen Bauern zur Dame zu bringen und Matt zu geben. Uns allen, die zugeschaut haben, fiel ein schwerer Stein vom Herzen - ihm ebenfalls.

Das war der Schlusspunkt zu einem verdienten 2½ : 5½ Auswärtserfolg in Darmstadt. Wir schrauben das Punktekonto auf 8 Zähler hoch und können den Rest der Saison äußerst entspannt angehen. Mit dem Abstieg sollten wir, wenn alles seinen rechten Weg geht, nichts mehr zu tun bekommen. Wer hätte nach 4 Spieltagen darauf gewettet? Ich persönlich nicht, dafür freut mich die bis hierhin herausragende Saison umso mehr. Insbesondere den jungen Leuten Niclas und Lev das Vertrauen auszusprechen und sie mit in die Starkenburgliga zu nehmen, stellt sich zur Hälfte der Saison als goldrichtig heraus. Meine Glückwunsche an euch für die klasse Leistung!

SC Groß-Zimmern II. - SV Griesheim 4½ : 1½
Es folgt erneut ein Bericht von Norbert, dem ich für die abgenommene Arbeit danken möchte!

Zweite Mannschaft gewinnt überlegen 4½ : 1½

Am vierten Spieltag hatten wir den Tabellenvorletzten Griesheim I. im Glöckelchen zu Gast. Dem Gegner sollte an diesem tristen Novembersonntag allerdings keine gute Stunde schlagen. Dies, obwohl unsere Nummer 1 Manuel erkrankt absagen musste, und wir daher das Spitzenbrett kampflos abgaben. Zudem fehlte Dieter, wurde aber durch Siggi aus der Dritten an Brett 6 ersetzt.

Kurz nach fast pünktlichem Beginn musste ich an meinem ersten Spieltag als "spielender Schiedsrichter" (nota bene: nicht aber „Unparteiischer“) tatsächlich eingreifen: an Brett 5 war die Uhr nicht in Gang gesetzt worden. Bei dieser Regel-Petitesse sollte es aber zum Glück auch bleiben.
Nach bereits nicht mal einer viertel Stunde standen bereits Bogdan an Brett 5 und auch Wolfgang an Brett 4 klar auf Gewinn, da sie schon in der Eröffnung ihrem Gegner eine Leichtfigur abnehmen konnten. So etwas entspannt dann ungemein.
Unglaublich war, dass Bogdan als Schwarzspieler tatsächlich mit der bekannten (?!) London-Trap den London-Läufer auf f4 abgreifen konnte. Die genau Zugfolge ist mir nicht bekannt, Grundidee ist aber wie folgt: nach 1. d4 d5 2. Lf4 h5?! 3. e3? e5! verliert Weiß den Läufer.

Es könnte folgen: 4. Lxe5 f6 5. Lg3 h4 6. Lf4 g5 und der Sack ist zu.

Sicherlich ist 2. ... h5 objektiv mindestens fragwürdig und sollte nicht (mehr) eingesetzt werden. Man muss sein Glück nicht überstrapazieren.
Wer allerdings geglaubt hatte, die Partien seien schnell beendet, sah sich getäuscht. So war es an Siggi nach ca. 2 Stunden den ersten Punkt und einzufahren und damit auf Ausgleich zu stellen. Zu Beginn stand er in der Eröffnung klar besser und hätte dort wohl bereits Bauer / Material und Stellung gewinnen können, verpatzte aber wohl statt dessen einen Bauern. Um seinen ca. 20. Zug herum hatte ich ihn zutiefst beneidet. Das lag erneut nicht an der Stellung, sondern daran, dass er Essen auspackte, was ich vergessen hatte. Derart gestärkt machte er in der Folge nicht so ganz kurzen Prozess mit seiner Gegnerin und nahm ihr Figur nach Figur ab, bis er mit 2T + S den Schwarzen vollends zusammen schob, was diese sich bis kurz vor Matt noch zeigen ließ.

Bogdan kam super aus der Eröffnung heraus und hätte schon dort früh das Spiel mit Königsangriff bei offener h-Line und Mehrfigur entscheiden müssen. Dies gelang aber nicht, vermutlich auch da er unnötig schnell zog und sich von seinem Gegner dazu anstecken ließ. Er musste tatsächlich bis weit über 40 Züge in das Endspiel gehen. In diesem hatte er dann mit Turm + 2 Springer gegen Turm um eine weitere Leichtfigur erhöhen können. Da Weiß keinerlei Schwindelchancen besaß, gab er schlussendlich auf. 2:1 für uns.
Nur wenige Zeit später kam es auch an Brett 4 zum Finale. Hier wickelte Wolfgang mit Springer und Läufer gegen ungleichfarbigen Läufer und 3 Bauern am Königsflügel in das Endspiel ab. Er hätte sich durchaus noch mühen müssen, aber in tätiger Nächstenliebe tauscht sein Gegner Läufer gegen Springer und machte es Weiß damit leicht. Wolfgang holte sich noch zwei (in Zahlen: 2) fabrikneue Damen. Die Kunst bestand darin, nicht Patt zu setzen, worauf sein Gegner wohl vergeblich spekulierte. Nach Matt musste er auch nicht mehr aufgeben. 3:1 für uns.

An den Brettern 2 und 3 wurde auch noch gespielt. Harald spielte als Weißer und zur Jahreszeit passend seinen geliebten soliden Zukertort 1. Sf3 (leider ohne „c“, oft aber mit c4). In einer soliden Partie konnte keine der beiden Parteien Vorteil erzielen. Es kam dann auch kurz nach dem 3:1 zu zweifacher Stellungswiederholung und damit zu Remis, was für uns das 3½ : 1½ und damit den Sieg bedeutete. Das entspannt noch mal mehr.

Norbert hatte mit Schwarz abgelehntes Damengambit auf dem Brett (war ja klar, da ich mich auf e4 vorbereitet hatte ...), von beiden Seiten ebenfalls weitgehend solide und bis zum 17. Zug absolut ausgeglichen gespielt.
An dem „blauen Teil“ sollten wir alle noch arbeiten. Falls Lust vorhanden. Jedoch steht zu befürchten bei 97% Genauigkeit in das Visier von GM Kramnik zu geraten (Cheater! Ban him!).

Allerdings verfolgte Weiß mit 18. f4?! einen wohl eher fragwürdigen Plan.

Weiß schafft sich damit unnötig 2 Schwächen: rückständiger Bauer auf e3 und Schwäche auf e4. Dort einen Vorpostenspringer zu platzieren war ein möglicher Plan für Schwarz. Der Angriff auf e3 der Andere.

Weiß konnte zwar in Folge den guten weißfeldrigen Läufer von Schwarz abtauschen. Nach 18. ... Sed7 19. Lf3 Lxf3 20. Sxf3 Lc5 21. Te1? Lb4! gewinnt eben genau ein Zug: Lb4! Vordergründig scheint nur der Bauer auf b2 flöten zu gehen, insgesamt bricht aber die weiße Stellung auseinander. Engines bewerten bereits nach 21. Te1? die Stellung von -0,3 auf -2,5. Allerdings muss man die Folge schon noch selbst am Brett finden und umsetzen.

Zu diesem Zeitpunkt stand es 3:1 für uns. Als kurze Zeit später Harald den Sieg eingetütet hatte, bot mir mein Gegner in hochgradiger Verluststellung Remis an. Vermutlich nach dem Motto „kurzer Sonntag“ und „man kann es ja mal probieren“. Kurze Zeit später und durch Zugausführung abgelehntes Angebot kam es zu dieser netten Stellung:

Hier sind gleich 3 Figuren des Gegners gleichzeitig angegriffen. Hoher Materialverlust ist unausweichlich. Weiß probierte noch „Dönekes“ (um mit den Worten von TBG zu sprechen), gab dann aber nach Zug 31 auf.

Insgesamt ein gelungener Spieltag mit überzeugender Mannschaftsleistung aller Spieler! Durch den Sieg setzen wir uns oben in der Tabelle auf Platz 2 oder 3 fest, je nach Ausgang der Spitzenpaarung Eberscht vs.TEC.

Über Abstieg müssen wir sicherlich nicht reden. Aber eventuell vom Aufstieg träumen sei erlaubt!? Jedoch haben die Götter da ja bekanntermaßen noch den Schweiß vor den Erfolg gesetzt. Und bisher hatten wir ja auch eher die leichten Gegner. Die „dicken Brocken“ kommen noch.

Unseren Joker Siggi werden wir vermutlich nicht mehr so schnell einsetzen können, da er sich sonst festspielt. Bleibt zu hoffen, dass sich in der Dritten noch ein weiterer Spieler „warm“ läuft, wir werden ganz sicher erneut Ersatz benötigen.

SC Bad König II. - SC Groß-Zimmern III. 4 : 1

Die dritte Mannschaft wird nach einem 4 : 1 in Bad König entthront und rutscht in der Tabelle durch die erste Saisonniederlage etwas ab. Man muss dazu sagen, dass die dritte durch die vielen krankheitsbedingten Ausfälle am stärksten betroffen war und nur zu dritt in den Odenwald fuhr, sich dafür aber wacker bei meist übermächtigen Gegnern schlug.

Den einzigen Punkt erspielte Torsten am 3. Brett, nachdem er durch eine vorbereitete Taktik einen nur vermeintlich gedeckten Bauern schlagen konnte. Hätte der Schutzbauer den gerade vom Brett genommenen Kollegen zurückgeschlagen, wäre die Dame des Gegners flöten gegangen, sodass Torsten den Rest der Partie mit einem Mehrbauern spielen konnte. Er schaffte sich am Damenflügel nach dem Damentausch einen Freibauern und gewann mit einer weiteren Fesselung gegen den König den letzten schwarzen Läufer, der vergebens versuchte am Damenflügel eigene Bauern zu decken.

Am 2. Brett kämpfte Gerd erneut bis zum Äußersten, konnte aber den Spieß nach dem Einsteller einer Qualität nicht mehr umdrehen. Er übersah einfach zwischenzeitlich, dass sein Turm hing und lief dem Materialnachteil vergeblich hinterher, ehe er im 54. Zug die Waffen streckte.

Zu guter letzt fehlt noch der Bericht zum zweiten Spiel von Joshua, der Ersatzmann in der dritten machte. Nach guter Eröffnung zeigte Joshua abermals, dass er schon ein gutes Schachverständnis hat und hielt gegen einen routinierten Gegner lange Zeit gut mit. Im Turmendspiel ließ er sich dann aber von der Erfahrenheit des Gegners in die Passivität drücken und verlor zwei Bauern, sodass er am Ende im reinen Bauernendspiel schnell verlor. Trotz der Niederlage waren wir bei der Analyse im Glöckelchen alle sehr angetan von Joshuas Partie, dem offensichtlich nur noch etwas Erfahrung fehlt. Weiter so!

SK Gernsheim VI. - SC Groß-Zimmern IV. ½ : 2½
Die vierte Mannschaft ist beim Tabellenführer der C1-Klasse erfolgreich und siegt zu dritt mit ½ : 2½, da auch Gernsheim am gleichen Brett wie wir keinen Spieler hatte.

Kir fehlte leider, sodass am 3. Brett keine Partie entstand. Dino besetzte als Mannschaftsführer das erste Brett und ging eigentlich mit wehenden Fahnen unter, als er plötzlich kontern konnte. Er wurde von seinem überlegenen Gegner schnell überspielt und verlor drei Figuren. Andere hätten bereits aufgegeben, Dino trickste aber nochmal und setzte plötzlich mit den verbleibenden Kräften Matt!

Auch Antol an Brett 4. gewann seine Partie. Er verlor durch Bauerngabel zunächst eine Figur, kämpfte sich aber mit einem Freibauern zurück ins Spiel. Sein Gegner verteidigte diesen nicht konsequent und verlor einen ganzen Turm, um den Bauern aufzuhalten. Danach war es einfach für Antol, noch mehr Material einzusammeln und zum 60. Zug durch gewinn des gegnerischen Läufers die Partie zu beenden.

Frank steuerte das finale Remis bei. Seine Figuren gerieten nach der Eröffnung nicht wirklich zu Raum, da Weiß im Zentrum eine Bauernfront vorschob. Als sich die Stellung leicht öffnete wurden die Damen getauscht und darauf auch ein paar Bauern. Weiß opferte sogar einen Bauern für besseres Spiel, was Frank aber durch Deckung wichtiger Felder und der eigenen siebten Reihe decken konnte. Nach einem weiteren Bauerngewinn einigte sich Frank im Sinne der Mannschaft auf Remis um den Mannschaftssieg festzuhalten.

FK Babenhausen IV. - SC Groß-Zimmern V. 3 : 1
Gegen ein überstarkes Babenhausen und dazu noch nur zu dritt angetreten, konnten unsere Mädels leider nichts ausrichten.

Emma rotierte für Athena, Arina und Asenath rein, die allesamt krank fehlten. In ihrem zweiten Spiel wurde sie abermals besiegt, braucht sich aber in Anbetracht des stärkeren Gegners keine Vorwürfe zu machen.

Julianna verlor nach einem Damenausfall zwei wichtige Zentrumsbauern, bekam diese aber umgehend wieder geschenkt. Der Gegner opferte den g- und h-Bauern um über diese Linien mit den Türmen Juliannas rochierten König anzugreifen. Sie hielt aber die Deckung oben und drohte ihrerseits plötzlich nach einem Turmopfer die Dame zu gewinnen! Es tauschten sich daher mehr und mehr Kräfte und man einigte sich mit allen Schwerfiguren auf dem Brett auf Remis.

An Brett 2. hielt auch Tina die Punkteteilung fest. Nachdem sie durch ein Schach der früh ins Spiel gekommenen schwarzen Dame das Rochaderecht verloren hatte, kämpfte sie sich mit feinen taktischen Zügen zurück, tauschte die nervige Dame ab, besetzte mit den beiden Springer gute zentrale Felder und gewann einen Bauern. Als ein Springer des Gegners einen Turm Tinas immer wieder bedrohte und die beiden mehrfach hin und her zogen, war die Partie remis. Auch ein sehr gutes Ergebnis gegen den nominell besseren Gegner!

3. Spieltag - Bericht

Fast alle Mannschaften punkten beim Megaheimspieltag!

26.10.2025

Gleich vier Mannschaften traten heute zum dritten Spieltag zuhause an und machten damit die angesetzten Heimspiele zum Großspieltag. Während lediglich die zweite Mannschaft nach Darmstadt reisen musste, durften die erste, dritte, vierte und fünfte Mannschaft gemeinsam im Chorraum der Mehrzweckhalle um die vollen Punkte spielen und taten das auch mit Bravour, wie wir wie folgt sehen werden:

SC Groß-Zimmern I. - SC Springer Bad König 5 : 3
Gegen Bad König hieß es für unsere erste Mannschaft auch heute auf Sieg zu spielen um möglichst früh das Punktekonto dick werden zu lassen und den baldigen Klassenerhalt einzutüten. Die Gäste aus Bad König waren allerdings nicht zu unterschätzen: Der bald sein Jubiläum feiernde odenwälder Verein gehört vielleicht nicht zu den spielstärketechnisch besten Teams der Starkenburgliga, ist dafür aber in seiner Stammbesetzung gleichmäßig ohne großes Gefälle aufgestellt. Heute konnte Bad König darüber hinaus auch nur mit vier Ersatzleuten antreten, da die halbe Stammmannschaft fehlte. Das sollte für uns schon ein gutes Omen sein, doch bei uns war die Personaldecke ebenso bis zum Bersten gespannt, wie schon lange nicht mehr. Krankheitsbedingt mussten drei Bretter nachbesetzt werden. Nach einem halben Tag Ersatz nachorganisieren am gestrigen Samstag, schafften wir es dann immerhin auf sieben besetzte Bretter, wobei wir Brett 2 freilassen mussten.

Der Spieltag lief mit dem 0 : 1 im Rücken auch nicht viel besser an: Lev spielte heute komplett entgegen seiner Form von Beginn an viel Murks am 5. Brett, verlor hierbei unnötig das Rochaderecht und den Bauern auf f7 und war in der Entwicklung böse hinterher. Das baldige Ende, nachdem noch mehr Material verloren ging, ließ nicht lange auf sich warten und Bad König baute die Führung auf ein 0 : 2 aus. Am 4. Brett wurde dazu noch Paul durch einen Einschlag in seine Rochadestellung und nachfolgendem Dauerschach zum Remis gezwungen, was unsere Chancen den Spieß noch umzudrehen schon erheblich schlechter werden ließ.

Hiernach dauerte es länger, bis weitere Ergebnisse feststanden und in einigen Partien schien Bad König sich mehr und mehr Vorteil zu erspielen, sodass ich zwischenzeitlich nicht mehr große Hoffnungen hatte. Manuel, der an Brett 7. als Ersatzmann einsprang, war aber der erste, der die Hoffnung wieder aufleben ließ. Schon in böser Zeitnot steckend packte er plötzlich eine mächtige Kombination aus, die nicht nur eine Figur gewann, sondern ihm einen Freibauern schaffte, der einfach durchlaufen konnte. Ein Konter des Gegners mit beiden Türmen auf Manuels siebter Reihe wurde ohne Probleme durch den Läufer, den Manuel mehr hatte, pariert und der Gegner gab sich geschlagen.
Wir blieben am Drücker, da auch Niclas an Brett 6. seine Partie nach einem schmackhaften Turmopfer auf f7 technisch sauber nach Hause fuhr. Meiner Meinung nach war er kurz zuvor beim Übergang ins Mittelspiel auf dem Holzweg - doch die Engine bekräftigte Niclas Entscheidungen und geben ihm Recht. Nach dem Turmeinschlag in die gegnerische Rochadestellung warf Niclas, der abermals mehr mit seinem Zeitmanagement als mit dem Gegner zu kämpfen hatte, alles auf den entblößten König und ließ den Gegner nicht mehr aus dem Würgegriff entkommen. Eine starke Partie!

Thomas an Brett 3. sprengte das gegnerische Zentrum heute unter zwischenzeitlichem Bauernopfer auf und tauschte hiernach risikolos in ein Endspiel runter, wo er zwar einen Bauern weniger, dafür aber ungleichfarbige Läufer auf dem Brett behielt. Ich glaube, dass der Weiße etwas zu früh die Punkteteilung akzeptierte und Thomas noch etwas prüfen hätte können, doch wahrscheinlich bleibt die Partie einfach trotz des Mehrbauern remis.

Kommen wir zu Tobias, den ich zwischenzeitlich nach einigen Remisangeboten seines Gegners zum Weiterkämpfen anhalten musste - obwohl beide eine hochkomplizierte Partie spielten, in der Tobias früh zwei Figuren für einen Turm und Bauern plus Entwicklungsvorsprung ins Geschäft steckte. Als der Pulverdampf zu Ende der Partie sich langsam verzog, drückte Tobias einen Freibauern auf der a-Linie entscheidend durch und gewann ein erneut wichtiges Spiel für uns.

Blieb nur meine Partie am 1. Brett, in der ich aber mittlerweile auch glatt auf Gewinn stand. In der Eröffnung rochierten mein Gegner und ich in entgegengesetzte Richtungen, was Angriff auf allen Seite hieß. Um schneller zu sein als ich, opferte mein Gegner vor meiner Rochadestellung einen Bauern, den ich mir schnappte und nicht mehr hergab. Als ich den Übergang ins Turmendspiel herbeiführen konnte, machte dieser Mehr- und Freibauer einfach den Unterschied und gewann schnell.

Obwohl ich zwischenzeitlich kein gutes Gefühl hatte, blieb die Mannschaft stabil und besiegte Bad König verdient mit 5 : 3. Durch den nun dritten Sieg im dritten Spiel bleiben wir verlustpunktfrei oben in der Tabelle, müssen aber nach einem fulminanten 7½ : ½ über Breuberg den Babenhäusern dank besserer Brettpunkte die Tabellenführung überlassen. Das ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal - wichtiger ist für mich, dass wir nicht mehr weit vom Klassenerhalt entfernt sind und eine starke Saison spielen!

Schachforum Darmstadt V. - SC Groß-Zimmern II. 2 : 4
Die zweite Mannschaft kommt auswärts zum nächsten Erfolg und spielte dabei auch noch fast daheim. Da irgendwer oder irgendetwas den Darmstädtern im Laufe der Woche das Spiellokal beschädigte, bot ich an, bei uns zu spielen, sollte das Schlößchen des Prinz-Emil-Gartens am heutigen Sonntag unpässlich sein. Doch zum Heimspiel aller fünf Mannschaften kam es nicht. Es berichtet Norbert, der für mich die Berichterstattung übernimmt. Vielen Dank dafür!

Alter trotzt Jugend: zweite Mannschaft schlägt SF Darmstadt V mit 2:4

Am dritten Spieltag führte es die Zwote nach Darmstadt in das Prinz-Emil-Schlösschen. Der Spielort war einige Zeit vakant, da angeblich wegen Vandalismus nicht nutzbar. Dies schien dann aber doch nur ein Sturmschaden gewesen sein. So konnten wir bei schönstem Sonnenschein, der leider nur die ungeraden Bretter traf, Schach spielen. Nachdem auch jeder (!) einen Tisch erhalten hatte und das Licht ab ca. Zug 10 zugeschaltet wurde, klappte dies auch recht leidlich.
Da unser Brett 1. ausfiel (Manuel musste in der ersten spielen wie berichtet - Anm. d. Red.), wurden wir durch Kosto an Brett 6. verstärkt. Bogdan an Brett 5. konnte mit Dame gegen zwei Türme ins Endspiel abwickeln, leider aber aussichtsreiche Bauern auf dem Damenflügel nicht umwandeln, um dann ein Remis zu erzielen. Damit bleibt er weiterhin mit 2,5 aus 3 ungeschlagen. Weiter so!

Norbert an Brett 2. kam Dank seiner Unkenntnis der Theorie (französisch Reti) mit Schwarz in leichten Vorteil, da sein Gegner die Widerlegung nicht fand. Beim Versuch von Weiß am Damenflügel den Monsterspringer von Schwarz auf b4 zu vertreiben verlor er seinerseits ein Roß, kurz darauf als Schwarz an das Verwerten ging durch Springergabel auch noch einen ganzen Turm, so daß Weiß alsbald im 33. Zug die Waffen streckte.

Dieter an Brett drei konnte in einer sizilianischen Partie durch ein beachtenswertes Motiv mit Dc4 einen Springer und damit sehr bald die Partie gewinnen. Siehe Diagramm. Schwarz am Zug verliert eine Figur: die Dame konnte nicht gedeckt werden, Abtausch verbietet sich aufgrund Bauerngabel, Abzugsdrohungen gab es nicht. Hier tauchen die Motive Gabel, Überlastung, hängende Figur zusammen auf.

Zwischenzeitlich, als sich Dieters Sieg schon abzeichnete, erhaschte Kosto an Brett 6. in gedrückter Stellung ein Remis, so dass wir komfortabel 1:3 führten. An Brett 3 sah es für Wolfgang nicht rosig aus, da ihm nach Angriff die Qualität abhanden kam. So musste er Endspiel mit Läuferpaar gegen (schwachen) Läufer, Turm und starken Freibauer verteidigen.

Harald hatte bei ausgeglichenem Material und 3 gegen 2 Bauern die Bauernmajorität am Damenflügel und leichten Vorteil. Er konnte zB die c-Linie im Turmendspiel mit beiden Türmen besetzen und damit sicher den noch fehlenden halben Punkt einfahren. Wolfgangs zähe Verteidigung zahlte sich aus, er steuerte einen weiteren halben Punkt zum letztlich verdienten und sicheren 2:4 Sieg der Mannschaft bei.

Wäre die Wertung nach Altersquotient erfolgt, hätten wir mindestens 1,5 zu 4,5 gewinnen müssen. Wie lange wir der aufstrebenden Jugend (alle spielen weit besser als ihre DWZ erahnen lässt) noch Paroli bieten können wird sich nächstes Jahr zeigen. Es sei denn, wir steigen auf. 😀

SC Groß-Zimmern III. - SG Rödermark/Eppertshausen III. 3 : 2

Auch die dritte Mannschaft findet nach einem Unentschieden im letzten Spiel zurück zur doppelten Erfolgsspur und besiegt ein gut aufgestelltes Rödermark/Eppertshausen mit 3 : 2.

Als erster war der Mannschaftsführer der dritten Mannschaft, Torsten fertig. Er spielte absolut furchtlos, opferte für den Moment einen Läufer und ließ eine Bauernwalze auf seinen König zurennen, berechnete aber korrekt, dass er die Figur zwingend samt besserer Position zurück bekam. Mittels eines Zwischenschachs platzierte er auf c7 einen Freibauern und konnte bald danach auf f7 den nächsten Freibauern vorstoßen, der zeitgleich einen Turm auf e8 und einen Springer auf g8 gabelte, wonach die Partie vorbei war.

Eine weitere, unglückliche Niederlage musste Demid an Brett 3 hinnehmen. Er verlor kurz nach der Eröffnung eine Figur, danach Bauer um Bauer und streckte bald die Waffen. Ich hoffe sehr, dass ihm diese Durststrecke nicht zu sehr zusetzt, aber Harald beruhigte mich schon, dass Demid zäh ist und als Kämpfer nur daran wachsen kann.

Routinier Siggi gewann noch in der Eröffnung eine Figur gegen zwei Bauern und spielte den Materialvorteil gut runter. Auch wenn sein Gegner eine mächtige Bauernkette von a6 bis d3 bekam, setzte sich die Mehrfigur Siggis schlussendlich durch. Den finalen Schlag machte seine Dame, die sich nach einem Zwischenschach auf der Grundreihe opferte, sodass ein nachladender Turm von Siggi Matt geben konnte.

Den Heimsieg machte dann der auf Brett 1. aufgerückte Gerd klar, der es dort natürlich mit einem schachlichen Schwergewicht in Form des Mannschaftsführers der Gäste zu tun bekam. Zunächst verzettelte sich Gerd aber in einer Abwicklung und fand sich mit einer Figur weniger in einer bedenklichen Situation wieder. Hiernach opferte sein Gegner aber zum Mattangriff die gewonnene Figur in die Rochadestellung Gerds, der sich verteidigen und den materiellen Ausgleich herstellen konnte. Später stellte Gerds Gegner selbst einzügig einen Springer ein und gratulierte danach umgehend Gerd zum Sieg.

Ersatzmann Frank kämpfte nahezu gleich lang wie die erste Mannschaft und gab wirklich alles, um das Punktekonto der dritten Mannschaft noch mehr aufzustocken. Nachdem beide Seiten jeweils unästhetische Doppelbauern auf der e- und c-Linie erhielten, verlor Frank einen Bauern und probierte alle Tricks, um das Material wieder auszugleichen. Sein Gegner blockte leider alle Versuche Franks ab und schob das schlussendliche Bauernendspiel sicher nach Hause.

Nach einem harten, aber erfolgreichen Kampf, sichert sich die dritte Mannschaft die nächsten zwei Punkte und steht mit 5 aus 6 möglichen ebenfalls ganz oben in der Tabelle.

SC Groß-Zimmern IV. - Schachforum Darmstadt VIII. 2 : 2
Die vierte Mannschaft bleibt nach einem weiteren 2 : 2 weiter ungeschlagen. Der heutige Gegner kam hierbei in Stammbesetzung und damit eigentlich sehr stark aufgestellt nach Groß-Zimmern, während mit Dino und Frank zwei Stammkräfte bei der vierten fehlten.

Arina kam dadurch zu ihrem zweiten Spiel und kämpfte heute mit den schwarzen Steinen gegen einen erfahrenen Jugendlichen der Darmstädter, der bald Material gewinnen und Arina dadurch besiegen konnte. Auch Kir, der das 1. Brett halten musste, kam etwas zu schnell unter die Räder und wurde auf g7 Mattgesetzt, nachdem sein Gegner einen lehrbuchhaften Angriff über die schwarzen Felder ansetzte.

Dann begann aber die Aufholjagd von der vierten Mannschaft! Antol geriet nach der Eröffnung erst in Bedrängnis, verlor durch einen schönen Läufereinschlag auf f2 zwei Bauern und kam eigentlich nicht mehr zurück in die Partie, da sein Gegner stark weiterspielte. Als sich die h-Linie öffnete, besetzte Antol diese mit Dame und Turm und konnte nach einem derben Patzer plötzlich Matt setzen, als ein nur vom König gedeckter Turm nach h8 zog.

Joshua gab kurzfristig sein Debüt in der vierten Mannschaft und machte das erste Spiel überhaupt sonntags für Groß-Zimmern. Er gewann nach guter Eröffnung eine Qualität, musste aber noch lange den materiellen Vorteil verwerten, ehe er mit den beiden Türmen zum Mattangriff ansetzte und durch Aufgabe gewann. Ein gelungener Einstand.

SC Groß-Zimmern V. - SG Schaafheim II. 1½ : 2½
Haarscharf, äußerst knapp oder hauchdünn schrammen unsere Mädels heute an einem Punktgewinn vorbei. Schaafheim durfte etwas glücklich zwei Punkte aus Groß-Zimmern entführen, obwohl die Mädchen eine große Leistungssteigerung zeigten.

Athena setzte ziemlich fix sogar das 1 : 0 für unsere vierte Mannschaft auf den Spielberichtsbogen, nachdem sie den gegnerischen König Matt setzte. Das gleiche Schicksal ereilte aber leider Juliannas und Tinas König, die beide durch das Zusammenspiel vieler feindlicher Figuren Matt wurden.

Asenath kämpfte hiernach noch um den vollen Punkt und hatte alle Chancen, diesen auch zu machen: Sie gewann im Mittelspiel beide Läufer des Gegners für einen Turm und griff danach den rochierten König des Gegners an. Dieser versuchte durch Abtausch der Damen und Angriff seiner beiden Türme auf Asenaths König für Entlastung zu sorgen, konnte dann noch einen Turm tauschen und die direkte Niederlage gerade so verhindern. Mit der richtigen Technik war die Stellung hier immer noch für Asenath gewonnen, doch das kann man in der C-Klasse einfach noch nicht erwarten. Die beiden einigten sich auf Remis und beendeten damit für beide Teams den heutigen Spieltag.

Lev und Niclas beim Jugend Grand-Prix in Breuberg

Lev gewinnt U20!

25.10.2025

Beim zweiten Teilturnier der Serie des Jugend Grand-Prixs waren Lev und Niclas heute in Breuberg und spielten dort beide in der U20 um den Sieg und Punkte für die Serie. Niclas landete hierbei wieder nur knapp am Treppchen vorbei auf Platz 4., während Lev der große Coup gelang: Er sicherte sich mit dem 1. Platz den Turniersieg.

Herzlichen Glückwunsch an euch zwo! Ein weiterer Pokal schmückt nun die Trophäensammlung unserer Nachwuchsspieler, die sich mit der Turnierteilnahme heute auch wieder gebührend auf den morgigen Spieltag vorbereiteten.

Mehr Details, Tabellen und Ergebnisse wird es im Laufe des Abends wohl auf der Bezirksseite geben.

10. Runde Langzeitturnier ausgespielt

Dieter wieder alleiniger Erster

19.10.2025

Gesamttabelle Langzeiturnier 2025
Platz Spieler DWZ Punkte Buchholz
1. Dieter Rauck 1531 20,0
2. Harald Weber 1561 7 16,0
3. Siegfried Scholz 1341 24,5
4. Paul Terre 1619 4 23,0
5. Thomas Beutel 1741 4 12,5
6. Norbert Ziegler 1714 20,5
7. Kosto Ilievski 1432 19,5
8. Frank Ahrens 786 2 30,0
9. Dr. Wolfgang Beiersdorf 1452 2 20,5
10. Andreas Heun 1637 2 11,5
11. Dino Turic 966 2 9,5
12. Torsten Wöhl 1404 7,5
13. Lev Cherniavskii 1428 1 18,5
14. Niclas Wagner 1290 1 13,0
15. Roland Rühm 1948 1 7,5
16. Helmut Weiser 1128 1 4,0
17. Steffen Heß 2093 1 4,0
18. Antol Gasz / ½ 14,0
19. Anatoli Hermann 745 0 10,5
20. Joshua Gütte / 0 3,5

Brett Weiß - Schwarz Ergebnis
1. Joshua Gütte - Norbert Ziegler 0 : 1
2. Paul Terre - Niclas Wagner 0 : 1
3. Torsten Wöhl - Frank Ahrens ½ : ½
4. Dieter Rauck - Lev Cherniavskii 1 : 0
5. Harald Weber - Siegfried Scholz ½ : ½

Nach der zehnten Runde gibt es wieder einen alleinigen Ersten in der Tabelle. Dieter setzt sich mit einem halben Punkt ab, ist aber nach wie vor in einem Kopf an Kopf Rennen mit Harald, der ihm dicht auf den Fersen bleibt und in den beiden noch anstehenden Schlussrunden auf Patzer von Dieter (vielleicht auch im direkten Vergleich) hoffen muss.
Die erste Partie des Freitagabends lautete aber Joshua - Norbert. Unser neustes Mitglied Joshua wählte unser zweitneustes Mitglied Norbert als Spielpartner aus und vergriff sich erst im Mittelspiel. Norbert schlug einen Zentrumsbauer mit seinem c-Bauer und wollte das weiße Zentrum abtauschen. Doch Joshua nahm den Bauern nicht zurück, sondern zog vorbei. Der Patzer kostete eine Figur, da der Springer auf c3 gleichfalls attackiert war, und Norbert gewann danach locker durch den hohen Materialvorteil.

In der zweiten Partie erspielte sich Niclas den ersten Punkt im Turnier. Er gewann eine Figur in einer Abwicklung im Mittelspiel gegen Paul, der über die f-Linie Druck machte sich aber hierbei vergriff. Mit einem Läufer mehr im Endspiel konnte Niclas ohne Probleme den Punkt trotz arger Zeitnot eintüten.
Remis trennten sich Torsten und Frank, die im Schwerfigurenendspiel jeweils die gegnerischen Könige unter Beschuss nahmen. Anfangs war Torsten am Drücker und zwang Franks Figuren zur passiven Verteidigung des wichtigen g7-Bauerns. Torsten gruppierte dann um und versuchte über den Damenflügel Fortschritte zu erzielen, was Frank ausnutzte und aktive Felder für die Dame und den verbleibenden Turm besetzte. Bevor es für Torsten jedoch brenzlig werden konnte, zwang er Frank per Zugwiederholung zur Punkteteilung.

Kommen wir damit zum Tabellenführer: Dieter wurde von Lev herausgefordert und gewann eine arg zugestellte Partie mit den weißen Figuren. Leider weiß ich vom Verlauf der Partie nicht mehr. Dank des vollen Punktes ist Dieter aber nun wieder alleiniger Tabellenführer vor Harald, der gegen Siggi nicht über ein Remis hinauskam. Zwischenzeitlich standen Haralds Figuren um seinen isolierten d-Bauer aber auch sehr unkoordiniert und damit insgesamt Siggi etwas besser, der Harald so von der Punkteteilung überzeugen konnte.

Runde 11. wird am 15. November gespielt. Die Übersicht gibt es unter dem Menüpunkt Langzeitturnier.

Oktoberblitzturnier

Bilder vom Freitagabend

11.10.2025

Darmstadt kann Schachturnier!

Steffen berichtet vom Darmstädter Jubiläumsopen 2025

06.10.2025

Da Schach in Darmstadt nach historischen Quellen und Belegen eine bereits 150 jährige Historie hat, richtete das Schachforum Darmstadt über das lange Wochenende des 3. Oktobers das Darmstädter Jubiläums-Open 2025 aus. Zu diesem auf sieben Runden angelegten Turnier waren 150-Teilnehmer im Maximum zugelassen, die ohne weitere Probleme auch gefunden wurden, wodurch das Turnier voll besetzt war. Ein Grund hierfür wird sicherlich in der Organisation und Turnierleitung des Turniers liegen. Das Schachforum hat sich nämlich mit zwei großen Turnieren in 2024 (die Hessenmeisterschaften und das Open zum 30-jährigen Vereinsjubiläum) bereits als fähiger Veranstalter hervorgetan und mit Fabian Czappa sowie Holger Bergmann ein ideales Dreamteam für die Turnierleitung in den eigenen Reihen. Das konnte nicht nur Schachfreunde aus ganz Deutschland anziehen, die bspw. aus Bremen, Stuttgart oder Saarbrücken kamen, sondern auch weltweites Interesse wecken und einen Spieler aus Südkorea (sic!) überzeugen, extra nach Darmstadt zur Teilnahme zu reisen.
Darüber hinaus kann auch ich nach Abschluss des Turniers nur lobende Worte finden, werde diese aber für das Ende des Berichtes vorerst aufsparen und nun über die vier erlebten Tage und das sportliche sprechen:

Am Donnerstagabend war die 1. Runde an- und ich an Startrang 13. gesetzt, womit ich (halbernst zumindest) nominell zum erweiterten Favoritenkreis zählen durfte. Neben mir waren etliche Schachfreunde aus dem umliegenden Bezirksvereinen angetreten, was mich persönlich bei solchen Veranstaltungen immer sehr freut. Denn erstens sieht man so viele freundliche Gesichter wieder und kann so manchen lockeren Kontakt durch Gespräche enger knüpfen und zweitens ist es schön zu sehen, dass die Vereine sich gegenseitig unterstützen und Veranstaltungen wie diese annehmen, auch wenn es nur durch eine passive Teilnahme ist.
Nachdem man sich also in ersten Begegnugen mit dem typischen Smalltalk zu Beginn eines Turniers begrüßt hatte, ging es auch schon los. Walther Pauli hielt eine kurze Rede zum Veranstaltungsgrund des Turniers und gab Einblicke in die 150 jährige Geschichte des darmstädter Schachs, während Holger Bergmann und Fabian Czappa mit einigen Infos zum Turnier selbst die Bretter freigaben. Da ich in Runde 1. gesetzt war, stand ich mehr oder weniger unter Siegzwang. Nach fast vier Stunden Spielzeit bekam ich in einem absolut remislichen Turmendspiel die Hand zum Sieg gereicht, da mein Gegner die Stellung als verloren einschätzte. Vorher entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe, bei dem ich erfolglos versuchte mit allen Mitteln das Spiel in komplizierte und taktische Gewässer überzuleiten - eine bewährte Methode gegen DWZ schwächere Gegner, die von alleine nichts einstellen wollen. Ehrlichweise etwas überrascht von der plötzlichen Aufgabe nach hervorragendem Kampf, aber doch froh um den ganzen Punkt sah ich dann Runde 2. entgegen.

Hier waren die Startbedingungen gleich: schwächerer Gegner und daher leichter Siegzwang. Hier gelang allerdings der von mir angesprochene Plan, durch immer mehr Druck und komplizierte Stellungen einen derben Patzer zu provozieren und groß Material durch ein Turmopfer zu gewinnen. In Runde 3. folgte dann ein zugegeben nicht wirklich ausgekämpftes Schnellremis, in dem ich mich nach der Eröffnung in einer reinen Verteidigungsstellung wiederfand. Hier muss ich leider noch folgende Anekdote aus dem Turnier zum besten geben: Während dieser Runde drehten sich mehrfach einige Köpfe der spielenden Teilnehmern fragend in der Halle um. Denn ungefähr eine Stunde nach Spielbeginn piepte es unentwegt aus der Mitte der Halle. Erste Vermutungen, der mit einem Tablet ausgestattete Haustechniker, der die Jalousien der Halle runterfahren ließ, wäre verantwortlich, wurden schnell verworfen als eine bewaffnete Polizeistreife mitten im Turniersaal auftauchte und einen Spieler samt dessen piepsenden Rucksack mitnahm. Es stellte sich heraus, dass zwei Kopfhörer, die per GPS-Signal getrackt werden konnten, von diesem Spieler gefunden und eingesteckt wurden. Der ursprüngliche Besitzer schaltete die Nachverfolgung der Kopfhörer an, die sich unter anderem auch unter einem Piepen bemerkbar macht und ausgerechnet mitten im Turniersaal losging.

Am dritten Turniertag war ich mit 2½ aus 3 guter Dinge und bekam in Runde 4. mit Jan Blanquett den Turnierleiter des Bessunger Schachpokals zugelost. Gegen Jan habe ich schon manche Schlacht geschlagen und in letzter Zeit konnte Jan auch einiges an Spielstärke gewinnen. Dementsprechend kampfbetont wurde die Partie dann auch, in der ich viel Bedenkzeit verbraten musste. Als ich durch eine Unachtsamkeit einen Bauern gewann, stellte ich diesen dank Zeitnot bald wieder ein, doch Jan übersah die Möglichkeit zum Comeback und ließ mich in ein gewonnenes Endspiel abwickeln, aus dem ich ihn nicht mehr rausließ. Danach spielte Jan noch ein gutes Turnier, brachte es aber etwas unglücklich nur zu 4 Punkten, obwohl in seinen Partien viel Potenzial zu mehr punkten drin war. In Runde 5. war ich dann mal der Underdog und wurde seit langem mal wieder in einer Partie chancenlos niedergemacht. Trotzdem bereitete mir die Partie, in der ich mich im siebten Zug einfach in der Theorie vergriff und ab da auf verlorenem Posten kämpfte, viel Spaß, da ich sehr lehrreich mitansehen konnte, wie ich Zug um Zug von meinem jungen Gegner ausgespielt wurde.

Am finalen Spieltag hieß es dann für mich zweimal zum Siegen verdammt zu sein, wenn ich Chancen auf einen der Preise haben und einen DWZ-Minus vermeiden wollte. In der sechsten Runde überspielte mich mein Gegner in der Eröffnung dank besserer (oder besser gesagt überhaupt vorhandener Vorbereitung). Das ist übrigens ein Motiv, das sich durch das ganze Turnier zog. In sechs von sieben Partien hatte ich das eindringliche Gefühl, dass ich aktuell und länger schon viele Punkte und Potenzial verschenke, da meinen Eröffnungen nicht sitzen und z.T. bei entsprechender Gegenwehr absolut harmlos, wenn nicht leicht nachteilig sind. Trotzdem schaffte ich es die sechste Partie in ein vorteilhaftes Turmendspiel umzukneten, in dem mein Gegner dank passiver Züge mit zwei Bauern weniger absolut verloren war. In der finalen Runde spielte ich dann nochmal groß auf. Da mein Gegner eine unkonventionelle Eröffnung und Aufstellung für die Figuren wählte (1. b3), musste ich von Beginn an neue Wege gehen und eröffnete ausnahmsweise mal blitzsauber und aktiv. Das brachte mich positionell so schnell in Vorteil, dass ich bald +3 stand und einen Bauern mehr hatte. Dann klingelte plötzlich zur aller Not noch das Handy des Gegners, wodurch wir die Stellung nicht mehr ausspielen mussten. Mit 5½ aus 7 landete ich dann auf Platz 8. und staubte den Ratingpreis bis 2100 DWZ ab, samt einem kleinen DWZ Plus von 7 Punkten. Dass ich nach dem Abbau des Turniers, bei dem ich etwas half, von den Darmstädtern noch in die Gaststätte des Bürgermeister-Pohl-Hauses (dem Spiellokal in Darmstadt-Wixhausen) eingeladen wurde, war dann der krönende Abschluss eines in allen Ebenen gelungenen Turniers.

Damit komme ich zu den eingangs angekündigten lobenden Worten. Zunächst aber sei mein Dank an die Veranstalter des Schachforums unter Führung des Vorsitzenden Walther Pauli und die Turnierleitung um Holger und Fabian ausgesprochen, die durch ihren unermüdlichen Einsatz das Turnier erst ermöglichten. Darunter fällt natürlich auch eine gewisse Manpower, die der Verein mit 220 Mitgliedern (übrigens Hessens größter Schachverein!) eben hat. Schön zu sehen ist auch, dass viele Mitglieder und Gäste vor der Siegerehrung gemeinsam den Turniersaal und das Spielmaterial abbauten, was allen damit eine schnellere Heimreise nach vier anspruchsvollen Tagen ermöglichte. Unter den Helfern befand sich auch der Turniersieger FM Samuel Weber vom SV Oberursel, der mir persönlich in dieser Hinsicht schon öfters positiv aufgefallen ist. Die Siegerehrung selbst war dank der vielen ausgelobten Preise ein Novum für mich. Sicherlich mehr als 50, wenn nicht sogar 75 Leute waren noch da und gratulierten den Siegern für die erbachte Leistung. Normalerweise reisen viele der Spieler, die nichts gewinnen, schon vorzeitig nach der letzten eigenen Partie ab, sodass die Siegerehrungen immer recht mau besucht sind. Hier war das überraschend und erfreulich anders.
Um es dann festzuhalten: Darmstadt kann Schachturnier! Eine in allen Maßen top organisierte und erfolgreich verlaufene Veranstaltung, die sich auch in vielen Details auszeichnet. Darunter zähle ich persönlich die nach Ende der letzten Partie fast zeitgleiche Übermittlung der Ergebnisse und Auslosung der Folgerunde ins Internet oder das rechtzeitige Auslegen von Ergebnismeldekärtchen an jeden Tisch. Aber auch übergeordnet gibt es nichts zu meckern. Der Spielort war mehr als geeignet für das Turnier in dieser Größe, das eingesetzte Spielmaterial in bestem Zustand, egal ob in Plastik an den hinteren oder in Holz an den vorderen Brettern. Ein rundum gelungenes Open. Ich würde den Darmstädtern raten, die Veranstaltung regelmäßig zu wiederholen und sich als Turnierveranstalter dahingehend zu etablieren. Alle Voraussetzungen hierfür sind meiner Meinung nach gegeben.